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Die Tore der Welt
„Die Säulen der Erde“ von Ken Follett – erschienen 1990 – gilt als ein Meilenstein der historischen Literatur und war monatelang fester Bestandteil der Bestseller-Listen. Millionen Menschen rund um den Globus ließen sich faszinieren von der Geschichte rund um den Bau einer Kathedrale im fiktiven Örtchen Kingsbridge im Süden Englands. Fast 20 Jahre später erschien der von Fans lange ersehnte Nachfolge-Band „Die Tore der Welt“, welcher rund 200 Jahre später erneut in Kingsbridge spielt.

Bereits 2007 hat der Kosmos-Verlag mit seiner Brettspiel-Umsetzung des ersten Ken Follett Romans „Die Säulen der Erde“ für Furore gesorgt. Im gleichnamigen Brettspiel schlüpften die Spieler in die Rolle von Baumeistern, die sich am Bau der Kathedrale von Kingsbridge beteiligen.
Die Tore der Welt von Kosmos
Hierbei gelang es dem Autoren-Team Michael Rieneck und Stefan Stadler die Stimmung des Buches einzufangen, aber gleichzeitig ein eigenständiges, äußerst abwechslungsreiches Spiel zu kreieren. Nicht umsonst wurde es unter anderem mit dem Deutschen Spielepreis 2007 ausgezeichnet.

So war es nur konsequent, dass für das Brettspiel zum neuen Roman „Die Tore der Welt“ das gleiche Autoren-Team an den Start ging. Herausgekommen ist dabei ein umfangreiches, opulent gestaltetes Bauspiel, das trotz seiner Spielzeit von rund 2 Stunden garantiert keine Langeweile aufkommen lässt. Bemerkenswert ist, dass man als Spieler problemlos in die Atmosphäre von Kingsbridge eintauchen kann – völlig egal, ob man das Buch gelesen hat oder nicht.

Jede Runde beginnt mit einem vom Roman inspirierten Ereignis, das positiv oder negativ sein kann und alle Spieler betrifft. Dann erhält man sein Einkommen, wobei der aktive Spieler darauf Einfluss einnehmen kann, wer was bekommt, und anschließend noch einen Bonus in Form einer besonderen Gunst erhält. Nun spielt jeder reihum eine Karte, welche seine Handlung in dieser Runde bestimmt. Grundsätzlich stehen allen Spielern hierfür die gleichen zwölf Aktionskarten zur Verfügung, von denen pro Spielabschnitt sechs gespielt werden.

Die Handlungsmöglichkeiten reichen vom Einbringen von Felderträgen über den Zugewinn an Frömmigkeit in der Kathedrale oder den Handel auf dem Markt bis hin zum Ausbau von Gebäuden in Kingsbridge. Einige Aktionen werden durch aktuelle Geschehnisse beeinflusst. So lassen sich zum Beispiel mit der Aktion Medizin deutlich mehr Punkte erzielen, wenn die Pest in Kingsbridge ausbricht. Genau so kann es aber auch passieren, dass der Handel auf dem Markt zum Erliegen kommt und die Preise verfallen, weil die neue Brücke noch nicht fertig gebaut wurde.

Nach jeweils sechs Runden endet ein Spielabschnitt und die Abgaben werden fällig. Nun gilt es, genug Getreide im Speicher zu haben und seine Steuern zu zahlen. Zudem sollte man belegen können, dass man ein frommes Leben geführt hat, um nicht den Zorn der Kirche auf sich zu ziehen. Um letztlich erfolgreich zu sein, muss man sich also in allen Bereichen des Lebens engagieren und dabei stets das Verdienen von Siegpunkten im Auge behalten. Denn es gewinnt, wer nach drei Spielabschnitten bzw. 18 Runden die meisten Punkte hat.

Fazit:
„Die Tore der Welt“ besticht durch seine prächtige Gestaltung und die stimmungsvolle Spielatmosphäre. Den Autoren ist es gelungen, ein vielschichtiges Spiel zu erschaffen, bei dem sämtliche Mitspieler nahezu konstant am Spielgeschehen beteiligt sind. Trotz großer Handlungsvielfalt und langer Dauer spielen sich „Die Tore der Welt“ angenehm einfach und es kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Eine würdige Umsetzung eines großartigen Buches – und garantiert nicht nur für Ken Follett-Fans interessant!
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